Vielfalt der Disziplinen

Von Gerald Henseler. Quelle:Was ist Westernreiten von Boy Herre©

Die Vielseitigkeit der Westernreiterei zeigt sich bei der Erläuterung der verschiedenen Turnier-Disziplinen. Hierzulande bieten Vereine und Verbände 13 verschiedene Disziplinen an. Am verbreitetsten sind die Wettkämpfe in den Disziplinen Reining, Western Pleasure, Western Horsemanship, Trail, Cutting und Western Horsemanship.

Bei der Reining (von to rein, wörtlich übersetzt = zügeln) dürfen die Zuschauer rasante Manöver für fortgeschrittene Reiter und Pferde erwarten. Spektakuläre Sliding Stopps aus vollem Galopp, schnelle 180-Grad-Wendungen (Rollbacks) oder Spins (mehrere 360-Grad-Wendungen um die Hinterhand in möglichst schnellem Tempo) werden hier gezeigt.

Der Trail ist eine Gehorsams- und Geschicklichkeitsprüfung für Geländepferde. Der Parcours geht in einer vorgeschriebenen Zeit über simulierte Geländeschwierigkeiten wie Tor, Brücke, Bodenstangen oder Wippe.

In der Western-Pleasure (Pleasure = Vergnügen) stellen die Reiter ihre Pferde im Walk (Schritt), Jog (Trab) und Lope (Galopp) am angemessen losen Zügel und mit minimaler Hilfengebung vor. Ein gutes Pleasurepferd zeichnet sich durch angenehm zu sitzende Gänge aus, ist durchlässig und leicht in der natürlichen Selbsthaltung zu versammeln.

Die Disziplin Western Horsemanship ist im wesentlichen eine Reiterprüfung, in der Sitz, Feinheit der Hilfengebung und Kontrolle über das Pferd in einem vorgegebenen Pattern mit anschließender Bahnarbeit in der Gruppe bewertet werden.

Das Cutting entspricht am ehesten der landläufigen Vorstellung von der Cowboy-Arbeit. Dabei gilt es, ein einzelnes Rind von der Herde zu trennen. Das Pferd arbeitet praktisch selbstständig am Rind, Zügelhilfen dürfen nicht gegeben werden.

In der Freestyle-Reining dürfen Reiter ein selbsterdachtes Pattern zu einer ausgewählten Musik kreieren. Wendigkeit im Galopp, auf Schlangenlinien mit zahlreichen fliegenden Galoppwechseln auf den Punkt genau müssen Pferd und Reiter in der Disziplin Western Riding zeigen.

Super Horse ist die Zusammenfassung der Disziplinen Trail, Western Riding, Pleasure und Reining in einem Pattern. Weitere Disziplinen sind die Rennwettbewerbe Barrel Race und Pole Bending sowie das Quarter-Mile-Race.

Erleichterter Einstieg für den Nachwuchs:

Allein Jugendlichen sind die Disziplinen Showmanship at Halter, Walk&Trot sowie Leadline vorbehalten. Sie dienen in erster Linie dazu, die jungen Reiter an das Turniereiten heranzuführen.

Die Showmanship at Halter ist eine Disziplin speziell für Jugendliche. Bewertet wird der Jugendliche, wie er sein Pferd am Halfter vorstellt. Daneben gehört neben der korrekten Aufstellung des Pferdes und der genauen Absolvierung der verlangten Aufgabe auch der Pflegezustand von Pferd, Ausrüstung und Kleidung.

In der Leadline-Prüfung (Führzügelklasse) werden die jungen Reiter von einem älteren Begleiter auf ihrem Pferd/Pony geführt. Bewertet wird dabei das gute Zusammenspiel von Pferd, Reiter und Führer sowie der gute Sitz des Reiters.

In der Walk&Trot-Prüfung reiten die Kinder und Jugendlichen selbstständig. Dabei werden die Pferde wie in einer Pleasure-Prüfung vorstellt, allerdings nicht im Galopp. Walk&Trot ist eine gute Einstiegsprüfung für alle, denen im Galopp noch die nötige Sattelfestigkeit fehlt.